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Inhalt

1. Workshop am 26.01.2010 | Vorträge und Präsentationen

Rückschau, Einblicke und Aussichten. Der Vertrag des hessischen Kultusministerium mit dem VDS Bildungsmediene e. V. vom 29.09.2003

Zu Beginn des Workshops erläuterte Herr Achim Merget-Gilles, Vorsitzender des Arbeitskreises Medienzentren, in seinem Vortrag, die derzeitige Situation und Arbeitsweise der Medienzentren und die im Vertrag mit dem VdS Bildungsmedien vereinbarte Vorgehensweise zur Bereitstellung von Daten für die Übertragung in Blindenschrift. Er betonte dabei, dass Lehrmaterialien zur integrativen Beschulung mehr und mehr »vertextlicht« werden. Ursache dafür ist der Vertrag, der nur eine Übertragung der Texte aus Schulbüchern vorsieht. Eine große Schwierigkeit liegt in der Umsetzung von Grafiken, da die Erarbeitung von Alternativbeschreibungen ohne sonderpädagogische Ressourcen keine fach- und sachgerechte Bearbeitung solcher Abbildungen erlaubt. Neben weiteren Hemmnissen, die angesprochen wurden, zeigte Herr Merget-Gilles jedoch klar auf, wo neue Ansätze bei der Umsetzung zukünftiger Verfahrensweisen zu suchen sind:

  1. zeitnahe Versorgung, damit jedes Kind ein Buch nach seinen Bedürfnissen in entsprechender Form bekommt,
  2. Verfügbarkeit von digitalen Angeboten für Notebook-Klassen, z. B. für hochgradig sehbehinderte Schülerinnen und Schüler
  3. Anschauungsmedien (taktile Medien), die über eine internetgestützte Datenbank mit Verschlagwortung verwaltet werden.

Vorgeschlagen wurden die Ausweitung der Kooperation der Medienzentren und der Blindenbüchereien mit kommerziellen Verlagen, um die Versorgung barrierefreier Schulbuchliteratur zeitgemäß zu gestalten.

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Augenbit ― E-Buch Standard im Unterricht mit blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern

Anschließend stellte Herr Schäffler, Pädagoge an der MBZ Schloss-Schule Ilvesheim, den von den Medienzentren und Medibus entwickelten E-Buch Standards vor. »Ein blinder Schüler sieht zunächst nicht, was ihn auf einer Buchseite erwartet, er kann sich also keinen schnellen Überblick verschaffen. Der E-Buch Standard soll in einer einheitlichen form Kindern die Vielzahl von Darstellungsmitteln vermitteln, die in einem Schulbuch auftreten.«, so Schäffler.

Es folgte eine sehr anschauliche Präsentation am Beispiel einer MS Word-Datei, in der das Gliederungskonzept und mögliche Bearbeitungsfunktionen einer strukturierten Datei vorgestellt wurden. Der wichtigste Grundsatz, der durch diese Aufbereitung verfolgt wird, ist das Sicherstellen eines gemeinsamen Arbeitstempos, sodass integrativ beschulte Kinder gleichzeitig und zusammen mit ihren sehenden Klassenkameraden arbeiten können.

Auf der Internetseite http://www.augenbit.de werden alle Funktionen und Strukturen zum E-Buch-Standard veranschaulicht und das Prinzip des sinnentnehmenden Lesens näher erläutert.

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Umsetzung der Schulbuchaufbereitung in Österreich

Herr Ruemer, Leiter der Informationsaufbereitung am Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), der Universität Linz stellte den Workflow zur Erstellung barrierefreier Schulbücher in Österreich vor (http://www.jku.at/iis/content). Die Aufbereitung erfolgt als Braille, Vergrößerungskopie, adaptiver Druck, Latex/Tex-Ausgabe sowie elektronische Endformate und DAISY-Hörbücher. Sie wird staatlich finanziert. Mit dem Ziel, sehgeschädigte integrierte Schülerinnen und Schüler zu erreichen, werden Lehrmaterialien aus den Fachbereichen Sprachen, Wissenschaft, Wirtschaft und Musik übertragen und individuell in einer für sie lesbaren Form online über einen Literaturserver bereitgestellt. Dazu sollen zukünftig bereits bewährte Methoden angewendet werden, die die standardisierte Erfassung einzelner Textelemente ermöglichen.

Bei der Präsentation der Arbeitsschritte kristallisierte sich die Schwierigkeit heraus, didaktische Konzepte der Verlage mit den erforderlichen strukturellen Informationen zur Gestaltung einer barrierefreien Datei zu harmonisieren.

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Studienliteratur in barrierefreier Form am Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) Karlsruhe

Frau Müller, die vierte Referentin des Schulbuchworkshops, arbeitet im SZS Karlsruhe als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Literaturumsetzung und Literaturversorgung für sehgeschädigte Studierende. Dort koordiniert sie die Tutoren und forscht außerdem auf dem Gebiet automatischer Sprachverarbeitung und Sprachsynthese.

Am SZS werden Folien, Skripte, Übungen, Bücher und Fachartikel für naturwissenschaftliche Fächer übertragen, die für die Begleitung im Studium oder in der Schule und dem Übergang ins Berufsleben notwendig sind. Ein wesentlicher Teil der Arbeit Besteht im Erstellen von Abbildungen, was sehr zeit- und kostenintensiv ist. Die Erarbeitung eines Konzeptes zur Umsetzung taktiler Grafiken, an dem Frau Müller gerade arbeitet, ist ein Schritt, um Übertragungsabläufe zu beschleunigen und die Qualität für die Studierenden zu sichern. Deshalb hat das SZS einen Standard entwickelt, der ähnlich dem E-Buch-Standard, eine einheitliche Aufbereitung von Materialien gewährleistet. Nach einer Übertragung werden alle Beispiele auf einer Plattform gesammelt und ausschließlich den behinderten Studierenden zugänglich gemacht.

Um eine Grafik zu verstehen, muss ein blinder oder hochgradig sehbehinderter Mensch zunächst das räumliche Konzept taktil aufbereiteter Informationen kennen gelernt haben. Für die Vermittlung, wie mit Grafiken und den Komponenten wie Kurven, Achsen, usw. umzugehen ist, sind Schulungen nötig.

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