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Inhalt

1. Workshop am 26.01.2010 | Fachdiskussion

Nachdem alle Referenten die Arbeitsweise in ihren Institutionen anschaulich darstellten und auf die wesentlichen Entwicklungen und Herausforderungen eingingen, wurden im zweiten Teil der Veranstaltung folgende Fragen erörtert:

  1. Ist die barrierefreie Aufbereitung von Schulbüchern durch Verlage ein unrealistischer Traum oder lohnender Ausblick in die Zukunft?
  2. Welche Anforderungen an barrierefreie Schulbücher existieren?
  3. Wie soll weiter verfahren werden, um eine Zielvereinbarung mit den Schulbuchverlagen vorzubereiten?

Barrierefreie Aufbereitung von Schulbüchern – Traum oder Zukunftsvision?

Die ersten Redebeiträge zur Erwartungshaltung, ob der Schulbuchmarkt zukünftig den Themen Barrierefreiheit und standardisierte Aufbereitungsmethoden aufgeschlossen gegenüber stehen wird, waren sehr unterschiedlich. Sowohl das »Für und Wider« barrierefreier Aufbereitungen als auch die fehlende sonderpädagogische Kompetenz auf Verlagsseite wurden angesprochen.

Die Diskussionsbeiträge zeigten, dass zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage zunächst die Planungen, Interessen und Entwicklungsvorhaben der Verlage selbst erkundet werden müssen. Je nachdem, wie die zukünftige Entwicklung in den Verlagen sich gestaltet, sollte die gemeinsame Strategie von MEDIBUS und den Medienzentren daran ausgerichtet werden.

Die Schwierigkeit, eine Schnittstelle für eine Zusammenarbeit zu finden, hat die Ursache darin, dass die Verwertungskette von Schulbuchverlagen auf schnelle Umsetzungsverfahren ausgerichtet ist, nicht auf Nachhaltigkeit, wie es die Medienzentren wünschen. Dies ist eine Herausforderung, die die Herbeiführung einer Win-Win-Situation erschwert.

Um Schulbuchverlagen einen tieferen Einblick in das Thema Barrierefreiheit und die darin enthaltenen Entwicklungspotenziale zu vermitteln. Wäre die beispielhafte Umsetzung eines Schulbuches als DAISY-Buch mit allen Funktionen eine Möglichkeit, um die Verlage an neue Technologien auf dem Gebiet barrierefreier Informationsvermittlung heranzuführen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage gestellt: Können Blindenbüchereien durch Beratung und technisches Know-How zur Erstellung elektronischer Medien mit DAISY diese Überzeugungsarbeit leisten? Ein Pilotprojekt wurde als sinnvoller Vorschlag angedacht, um das Thema für Schulbuchverlage greifbarer zu machen.

Erstellen eines Anforderungskataloges

Beim Zusammentragen einer Liste, wie zukünftige elektronische Dokumente gestaltet und geliefert werden sollen, konnten genaue Anforderungen formuliert werden, da hier auf den bereits existierenden E-Buch Standard aufgebaut werden kann. Folgende Anforderungen wurden einstimmig von allen Teilnehmern genannt:

  1. Die Dokumentenvorlage muss der Druckvorlage entsprechen (finale Version).
  2. Das Dokument muss eine inhaltliche Strukturierung enthalten, d.h. die Lesereihenfolge muss erkennbar sein. (Objekte wie Bilder und Grafiken und Textblöcke müssen enthalten bleiben, um eine sinnvolle Lesereihenfolge erschließen zu können, sobald das Dokument bei seiner Bearbeitung linearisiert wird. Anmerkungen sind wünschenswert und sollten im Dokument enthalten sein.)
  3. Das Dokument muss mit Formatvorlagen erstellt worden sein.
    Kriterien:
    • Auszeichnung der Überschriften und Absätze
    • Wiedergabe von Tabellen und Listen
    • Wiedergabe der Seitennummer
    • Kennzeichnung von Fußnoten
    • Kennzeichnung von Marginalspalten
  4. Grafiken müssen im Original geliefert werden (Es sollte ein Vektorgrafik-Format sein, um die Qualität bei einer Vergrößerung sicherzustellen.)

Zukünftige Arbeitsschritte

Auf der Suche nach Lösungen, wie mit diesen gesammelten Erkenntnissen und Erfahrungen aller Teilnehmer weiter verfahren werden soll, wird es einen 2. Workshop geben. Dazu werden Vertreter von Schulbuchverlagen eingeladen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Schulbuchbereich auszutauschen, die oben angeführten Anforderungen zu kommunizieren und Ziele für die weitere Zusammenarbeit zu vereinbaren.

Die Ergebnisse des 1. Workshops werden den Teilnehmern und Ansprechpartnern der Verlage vorgestellt. Zur Dokumentation und Anregung für die Entwicklung von Pilotprojekten dient die Internetseite http://www.die-zukunft-barrierefrei.de.

Eine Fachtagung zum Thema: »Standards zur Umsetzung von taktilen Grafiken und methodischer Vorgehensweisen für die Einführung von Grafiken« soll den Schwerpunkt der Diskussion aufgreifen und 2011 in Friedberg stattfinden.

 

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