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Abschlussbericht | Ergebnisse

Anforderungskatalog für barrierefrei gestaltete Schulbücher

Der Anforderungskatalog wurde auf dem ersten Workshop erarbeitet und kann auf der Internetpräsenz des Projektes abgerufen werden. Er besteht aus den folgenden Anforderungen:

  1. Die Dokumentenvorlage muss der Druckvorlage entsprechen (finale Version).
  2. Das Dokument muss eine inhaltliche Strukturierung enthalten, d.h. die Lesereihenfolge muss erkennbar sein.
  3. Das Dokument muss mit Formatvorlagen erstellt worden sein. Weitere Kriterien, die auszuzeichnenden Strukturelemente sowie ihre Rangfolge sind in der Anlage beigefügt.

Dokumentation international vergleichbarer Projekte und Aktivitäten

Im Rahmen des Projektes wurden die Lösungsansätze und Konzepte einer barrierefreien Schulbuchversorgung in Österreich, in Großbritannien und in den USA ermittelt und dargestellt (siehe Internetdokumentation). Im Vergleich zu den Ansätzen in Deutschland zeigt sich das gleiche Bild: Der Weg zu einem XML-Format zur Strukturierung von Buchinhalten stellt den geeigneten technischen Ansatz dar. Es besteht jedoch noch ein großer Entwicklungsbedarf auf Seiten der Verlage, um verwendbare Datensätze zu erzeugen. Diese müssen vollständig ausgezeichnet sein, valide strukturiert und weitestgehend automatisiert in die blinden- und sehbehindertengerechten Formate Braille, DAISY und Großdruck aufbereitet werden können.

Mit dem Format DAISY und den in diesem Zusammenhang geplanten Weiterentwicklungen des International Digital Publishing Forum (IDPF, www.idpf.org), bieten sich enorme Chancen in der Zukunft. Die Arbeiten des IDPF, die zu einer Harmonisierung des EPUB V. 3 Formates und des DAISY-Standards führen, sind sehr gut geeignete internationale Ansatzpunkte, die die Umsetzung des erarbeiteten Anforderungskataloges ermöglichen werden.

Eine intensive Kommunikation der Verlage mit den umsetzenden Einrichtungen und die Entwicklung technischer Verfahren zur Realisierung moderner Produktionsabläufe, die eine barrierefreie Aufbereitung von Inhalten gestatten, erscheint als ein geeigneter Ansatz, das herausfordernde Aufgabenfeld erfolgreich umzusetzen.

Anregung zu einer gemeinsamen Arbeitsgruppe

Auf den Workshops und den zahlreichen während der Projektlaufzeit geführten Fachgesprächen wurde seitens der Experten immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass Lösungen nicht auf kurzfristigen Aktivitäten beruhen, sondern eine kontinuierliche Zusammenarbeit aller Partner voraussetzen. Als ein wichtiges Projektergebnis kann angesehen werden, dass verschiedene Verlagsvertreter eingewilligt haben, sich über die Thematik regelmäßig mit den umsetzenden Einrichtungen auszutauschen, in einer Arbeitsgruppe konkrete Einzelheiten auf technischer Ebene zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen bzw. Entwicklungsprojekten zu suchen. In diesem Zusammenhang wird die enge Zusammenarbeit mit der Bundesfachkommission für Lehr- und Lernmittel blinder Schülerinnen und Schüler, die bereits bestehende Arbeitsgruppe der Medienzentren, der Dachverband der Blindenbüchereien MEDIBUS sowie der Verband der Schulbuch-Verlage angesprochen, um eine übergreifende Arbeitsgruppe zu initiieren. Die DZB wird diesbezüglich mit den verschiedenen Gremien und Organisationen Kontakt aufnehmen und weitere Einzelheiten abstimmen.

Sehbehindertengerechte Darstellung

In der Arbeitsgruppe müssen technische Lösungen sowohl für blinden- als auch für hochgradig sehbehindertengerechte Schulbuchaufbereitungen erarbeitet werden. Dies ist leistbar, da der Einsatz strukturierter Dokumentenformate eine Aufbereitung der Inhalte sowohl für Blinde (Braille, Text und Audio) als auch führ hochgradig Sehbehinderte (sehr großer Druck oder Darstellungsvergrößerungen via Stylesheets am Computer) ermöglicht.

Barrierefreie Schulbücher gesetzlich verankern

Die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe regt eine Gesetzesinitiative an, die sicherstellt, dass Schulbuchverlage mittelfristig verpflichtet werden, Literatur in barrierefreier Form bzw. in den dafür umsetzbaren Formaten anzubieten. Der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Verband (DBSV, www.dbsv.org) und seine Landesverbände werden diese Forderung in die Politik transportieren. Der DBSV regt an, die Gesetzesinitiative als einen wichtigen Baustein in die Aktionspläne der Bundes- und Landesregierungen, zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention, aufzunehmen.

Kooperationen - auf dem Weg zu konkreten Zielvereinbarungen

Aus den Fachgesprächen und den beiden Workshops ergaben sich erste Kontakte zu Verlagen, die im Nachgang zu dem Projekt weiter vertieft und konkretisiert werden. Sowohl die Ansprechpartner des Militzke-Verlages als auch des Klett-Verlages erklärten mündlich ihre Bereitschaft, mit den umsetzenden Einrichtungen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Als ganz konkretes Ergebnis des Projektes kann der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit der DZB mit dem Klett-Verlag und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig genannt werden. Am Fachbereich Buch- und Medienproduktion werden im Sommer 2011 zwei Studentinnen ihre Diplomarbeiten beginnen, die für den Klett-Verlag das Forschungsfeld »Barrierefreie Aufbereitung von Schulbuchdaten« zum Thema haben. Mit ersten Ergebnissen kann im Herbst 2011 gerechnet werden. Der Klett-Verlag ist bereit, den Weg der Zusammenarbeit in einer Zielvereinbarung festzuhalten und die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit zu veröffentlichen.

 

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